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Beschriftung und Datenpflege

Der Softwaretipp: Minerdat

Der Softwaretipp: Minerdat

Minerdat ist praxisorientiert und läuft schnell sowie stabil auf Rechnern mit unterschiedlichen Versionen von Windows.

N
achdem die frisch gereinigte Stufe getrocknet und bestimmt ist werden ihre Daten erfasst. Dazu bietet sich die Verwendung einer geeigneten Mineraliensoftware wie z. B. Minerdat an. Minerdat ist für Rechner mit dem Betriebssystem MS Windows programmiert, es läuft stabil und schnell auf unterschiedlichen Versionen. Mittels der Software speichert man alle relevanten und bekannten Daten unter einer frei wählbaren Nummer ab.

Das Erfassen der Daten ist absolut notwendig und sollte gewissenhaft erledigt werden. Ob die Daten elektronisch oder manuell erfaßt werden spielt dabei keine große Rolle und bleibt eine persönliche Entscheidung. Wichtig aber ist eine möglichst schnelle Erfassung der Daten, wenn möglich sofort nach Eingang der neuen Stufe. Wartet man zu lange, legt sich evtl. der Mantel der Vergesslichkeit über die Daten oder es haben sich so viele Neuzugänge angesammelt das man die Übersicht verliert. Jeder Sammler hat sein eigenes System mit den unterschiedlichsten Informationen. Die wichtigsten Angaben sind fast immer gleich. Sind sie hingegen lückenhaft kann es zu einem schmerzhaften Wertverlust führen.

Die zum Etikett gehörende Karteikarte

Die zum Etikett gehörende Karteikarte

Auf der Karteikarte findet man alle verfügbare Daten.

In fast jeder gewissenhaft geführten Sammlung findet man unter jeder Stufe ein Etikett. Viele sind recht lieblos gestaltet und sehen aus wie Notizzettel. Damit wird man den oft wertvollen Stücken in keiner Weise gerecht und wertet sie ab. Diesen Fehler sollte man nicht begehen. Ein passend gestaltetes Etikett kann zu einen entsprechenden Erscheinungsbild der Stufe beitragen und hinterläßt stets einen positiven Eindruck beim Betrachter. Auf das Etikett gehören nur die wichtigsten Daten. Vertrauliche Details (z. B. der Preis) werden hier nicht aufgeführt. Diese gehören auf eine Karteikarte oder/und in die Datenbank.

Verwaltungsnummer: Sie ist als Unterscheidungsmerkmal und für die Sortierung sehr wichtig. Bei der elektronischen Datenverarbeitung sollte man die Nummer immer mehrstellig (Bsp.: 00001, 01504) speichern. Hierdurch erreicht man eine korrekte Sortierung. Hält man sich nicht daran, geraten die Datensätze schnell durcheinander. Speichert man beispielsweise die Nummern 1, 2 und 10, sortiert der PC die Daten nach dem Schema 1, 10, 2. Das liegt an seiner Arbeitsweise auf die ich hier nicht näher eingehen werde. Werden die Daten aber stets 5stellig gespeichert, bleiben sie auch in der richtigen Reihenfolge.

Mineralienname: Hier muß man unterscheiden zwischen den deutschen Bezeichnungen und dem international, von der IMA, anerkannten Namen. Was für den einen Sammler Bleiglanz ist, nennt ein anderer evtl. Galenit. Beide Bezeichnungen sind natürlich richtig. Gibt es mehrere Mineralien auf einer Stufe (Paragenese), kann man das wichtigste Mineral zuerst nennen so das die Begleitmineralien der Wichtigkeit nach folgen. Zur weiteren Beschreibung können noch folgende Kurzzeichen hinter den Namen folgen:

X = Kristall, z. B.: Baryt X
XX = Kristalle, z. B.: Krokoit XX
# = Derb, z. B.: Chalkopyrit #

Fundort: Zu den wichtigsten Daten zählt der, möglichst genaue, Fundort. Einfach nur eine Ortschaft zu nennen, reicht nicht aus. Man sollte alle zur Verfügung stehenden Ortsangaben notieren. In Bergwerken können das z. B. die Kennung des Abbaues, die Sohle, der Gang, der Name der Grube, der Ort, das Gebirge, die Region und das Land sein. Das Schema ist immer gleich. Man fängt im unmittelbaren Nahbereich an und endet mit der Aufzählung beim Namen des Landes. Beim Tausch und Erwerb von Stufen muß immer der richtige Fundort mit angegeben werden. Ist das nicht der Fall, sollte man unbedingt nachfragen. Auch eine Visitenkarte des Anbieters kann bei späteren Rückfragen gute Dienste leisten.

Datum: Man sollte Fund- und Eingangsdatum trennen. Schließlich kann das gute Stück vor vielen Jahren gefunden worden sein und hat heute erst den Weg in die eigene Sammlung genommen. Aufpassen muß man allerdings bei manchen historischen Stücken. Es tauchen immer wieder Stufen auf Börsen auf bei denen ein alter Originalzettel beiliegt der nicht zur Stufe gehört. Manche Funde sind aber noch gar nicht so alt wie der Zettel vorgibt. Der Zettel wurde einfach ersetzt und die Stufe dadurch aufgewertet.

Letzter Eigentümer: Hat die Stufe durch Tausch oder Erwerb ihren Eigentümer gewechselt sollte man stets auch die Daten des Vorbesitzers erfassen. Gerade auf Börsen bietet sich keine Möglichkeit eine Stufe genauer zu untersuchen, hier kann das Stück nur mit dem Auge begutachtet werden. Stellt man zu einem späteren Zeitpunkt Mängel bzw. Manipulationen an der Stufe fest und hat man dann eine Visitenkarte des Vorbesitzers, kann man mit ihm die Angelegenheit klären. Die Weitergabe von geklebten, manipulierten und gefälschten Mineralien ist nicht gerade fein und unüblich. Solche Stufen haben einen deutlich geringeren Wert als unmanipulierte.

Ein Etikett mit dazugehöriger Stufe

Ein Etikett aus meiner Sammlung

Auf das Etikett gehören nur die notwendigsten Angaben.

Der Wert: Er beruht auf vielerlei unterschiedlicher Faktoren. Wichtig bei der Wertschätzung der eigenen Stücke sind u. a. das Mineral, der Fundort, Funddatum, Beschädigungen, Qualität, Größe, Seltenheit, Besonderheiten, Kristallform und noch einiges mehr. Einige Merkmale kann man optisch beurteilen. Andere kommen aus dem Bauch und wieder andere werden unbewußt zur Schätzung eingesetzt. Mit Übung und Erfahrung gelingt die annähernd richtige Einschätzung oft recht gut. Anfänger haben es da schwerer und müssen die Daten evtl. nachbessern. Da auch Mineraliensammler nicht ewig leben, ist eine Wertangabe sehr hilfreich für die Erben. Fast jeder Sammler kennt die Geschichte vom verstorbenen Sammler und seiner in den Müll gewanderten Sammlung. Die Hinterbliebenen haben oft keine Ahnung von unserem Hobby und sind überfordert bei der Aufarbeitung und Wertschätzung. Oft landet dann das verstaubte Lebenswerk im Abfall. Man kann nur hoffen, das sie in die Unterlagen schauen und das diese sorgfältig geführt wurden.

Egal welche Daten erfaßt werden, es sollte stets mit größter Sorgfalt geschehen. Fakten welche im Moment nicht wichtig erscheinen, könnten in der Zukunft an Bedeutung zunehmen und sich durchaus als sinnvoll erweisen. Bevor man aber mit der systematischen Erfassung beginnt, sollte man sich ein zweckmäßiges Schema (System) überlegen. Wenn bereits vorhandene Daten korrigiert werden müssen, mündet die Arbeit oft in ein riesiges und mühevolles Unterfangen. Eine große Hilfe bieten vorhergehende Gespräche mit erfahrenen Sammlern und die Besichtigung unterschiedlicher Mineraliensammlungen.

 

 

 

 

(c) Frank Kuznik

 

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