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Die Farben und der Glanz von Mineralien

380 bis 780 Nanometer

Der für den Menschen sichtbare Bereich des Lichts.

Der für den Menschen sichtbare Bereich des Lichts.

Die erste physikalische Eigenschaft welche der Mineraliensammler sofort auffällt ist die Farbe. In welchem Farbton Mineralien sich dem Sammler zeigen hängt von mehreren Faktoren ab. Es gibt Mineralien die sich in der Eigenfarbe ihrer Substanz zeigen. Man nennt sie dann idiochromatisch. Typische idiochromatische Mineralien sind u. a. Azurit = blau, Epidot = grün und Amethyst = violett. Die meisten Mineralien zeigen sich aber nicht in ihrer reinsten Eigenfarbe. Durch Gitterfehler, Fremdatome, radioaktive Bestrahlung und feine Einschlüsse werden die Farben dieser allochromatischen genannten Mineralien erzeugt. Solche Farbveränderungen erschweren mit unter eine exakte Bestimmung des Minerals. Aber sie können auch typisch für eine Fundstelle sein und dann die Bestimmung erleichtern.

Es gibt übrigens, auf vielen Börsen Mineralien zu kaufen, welche durch Erhitzen, Bedampfen oder künstliche radioaktive Strahlung farblich aufgemotzt werden. Solche Manipulationen sollten dem Käufer mitgeteilt werden, aber das ist leider nicht immer der Fall.

Pyrit (Schwefelkies) ist opak

Dieses schöne Stück stammt aus dem Steinbruch Hamelspringe bei Bad Münder

Diese hübsche Pyritstufe stammt aus dem Steinbruch am Mattenberg bei Bad Münder.

Farben entstehen durch Reflexion und Absorption des Lichts. Mineralien die nur einen geringen Teil des Lichts reflektieren erscheinen uns dunkel (Manganit). Wird hingegen der größte Teil des Lichts reflektiert, erscheinen sie in hellen Farben (Analcim). Das für den Menschen sichtbare Licht hat eine Wellenlänge von etwa 380 bis 780 nm (Nanometer). Violett beginnt bei 380 nm, über Blau, Cyan, Grün und Gelb geht es zu Rot bei 780 nm. Zusammen ergeben diese Wellenlängen das für uns gewohnte, natürliche weiße Tageslicht.

Werden bestimmte Wellenlängen des Tageslichts durch eine Mineraloberfläche absorbiert, so wird der andere Teil der Wellenlängen reflektiert. Nach dieser "Filterung" gelangen die reflektierten Wellen auf im Auge liegende Rezeptoren und werden als Nervenimpuls ins Gehirn geleitet. Erst dort angekommen wird aus dem Nervenimpuls eine Farbe. Die in der Netzhaut liegenden Rezeptoren werden in Zapfen und Stäbchen unterschieden. Die Stäbchen sind auf Lichtempfindlichkeit spezialisiert und reagieren somit auf hell und dunkel. Die Zapfen hingegen sind für die Farbwahrnehmung zuständig. Wir unterscheiden drei unterschiedlich spezialisierte Zapfen. Jedem Typ ist einer der drei Grundfarben, Blau, Grün und Rot zugeordnet. In ihrem speziellen Bereich sind diese Zapfen besonders empfindlich. Frauen verfügen übrigens über deutlich mehr Rezeptoren als Männer.

Bei der Bestimmung eines Minerals ist auch dessen Strichfarbe von großer Bedeutung. Man erhält sie wenn man eine weitestgehend reine Probe fein pulverisiert und auf einer unglasierten Porzellantafel (Strichtafel) ausstreicht. Bei den meisten Mineralien erhält man nun die Eigenfarbe der Probe. Große Abweichungen zwischen der Strich- und Eigenfarbe beobachtet man oft bei Sulfiden und Oxiden. Das Mineral und Element Schwefel ist beispielsweise von gelber Farbe und hat einen weißen Strich. Das Oxid Hausmannit hingegen ist schwarz und hat einen braunen bis rötlichbraunen Strich.

Marienglas (Gips)

Marienglas (Gips) aus Weenzen, Niedersachsen

Marienglas (Gips) ist oft durchsichtig bis durchscheinend.

Eine weitere wichtige optische Eigenschaft ist der Glanz. Er entsteht durch die Höhe und Häufigkeit der Lichtbrechung und durch Absorption. Die Beschaffenheit der Mineraloberfläche spielt ebenfalls eine große Rolle. Wir unterscheiden Glasglanz, Diamantglanz, Halbmetallglanz, Metallglanz, Seidenglanz, Porzellanglanz, Perlmutterglanz, Fettglanz, Wachsglanz etc.

Der Glanz ist ein wichtiges Erkennungsmerkmal von Mineralien und sehr leicht feststellbar. Den Diamantglanz findet man z. B. bei Sphalerit (Zinkblende). Einen Metallglanz haben u. a.  Gold, Silber und Kupfer. Braunit hingegen hat einen Halbmetallglanz und der bekannte und beliebte Fluorit (Flußspat) hat einen Glasglanz.

Im Zusammenhang mit Farbe und Glanz ist außerdem die Transparenz von großer Bedeutung. So gibt es durchsichtige Mineralien wie etwa Bergkristall, einem bekannten Mineral aus der vielseitigen Quarzgruppe. Es gibt halbdurchsichtige Mineralien wie etwa Smaragd (Beryll) und Topas (Silikat). Durchscheinend sind Mineralien wenn das Tageslicht nur noch durch dünne Kristalle oder durch Kristallkanten schimmert und undurchsichtige (opake) Mineralien lassen auch durch dünnste Blättchen kein Licht hindurch.

 

 

 

 

(c) Frank Kuznik

 

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