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Suchen, Finden und Bergen

Mineralien kann man fast immer dort finden wo es geeignete Aufschlüsse im Gelände gibt. Diese findet man üblicherweise in Tongruben, Steinbrüchen, Baustellen, Schürfen und Gangausbissen. Geeignete Fundstellen gibt es auch auf Bergehalden und Schlackenhalden in Bergbaugebieten.
Alle Fundstellen haben eine Gemeinsamkeit auf die man achten sollte: Das Grundstück gehört immer jemanden! Will man keinen Hausfriedensbruch begehen, ist es ratsam eine Sammelerlaubnis vom Eigentümer einzuholen.

Eine mögliche Fundstelle

Steinbrüche bieten oft gute Fundmöglichkeiten.

Steinbrüche bieten oft gute Fundmöglichkeiten. Sie können aber auch sehr gefährlich sein.

D
ie richtige Ausrüstung

Die Ausrüstung richtet sich nach dem Wetter, Fundort und den dort vorkommenden Mineralien. Festes Schuhwerk wie Bw-Stiefel, Sicherheitsschuhe oder Gummistiefel mit Stahlkappe sind in Steinbrüchen gut geeignet. Auf Halden reicht manchmal auch leichteres Schuhwerk. Arbeitshandschuhe oder sogar Gummihandschuhe können überall sehr nützlich sein. Natürlich ist in Steinbrüchen ein Helm auf dem Kopf Pflicht. Günstige und robuste Bekleidung bekommt man in Militärshops. Auch den Besuch in einem Raiffeisenshop kann ich sehr empfehlen. Beim Kauf von Werkzeug sollte man den Preis nicht scheuen und sich für Qualitätswerkzeug entscheiden. Werkzeug in Baumarktqualität ist oft ungeeignet und hält den hohen Anforderungen nicht stand. Hammerstiele sind oft nicht richtig fest, Brechstangen verbiegen und die Meißel schlägt man evtl. schnell krumm. Ein auf Werkzeug für Mineralogen und Geologen spezialisierter Hersteller ist die Firma Eastwing aus den USA. Die angebotenen Werkzeuge haben sich in Sammlerkreisen sehr gut bewährt. Auf vielen Mineralienbörsen kann man die hochwertigen Werkzeuge von Eastwing begutachten und erwerben.

In Steinbrüchen hat sich folgendes Werkzeug immer gut bewährt: 3kg-Fäustel, 4kg-Vorschlaghammer mit abgesägtem Stiel, Spitz- und Flachmeißel etwa 20 cm bis 30 cm lang, Eastwing-Strahlstock oder ein Kuh- bzw. Ziegenfuß. Teilweise ist es sinnvoll Klappspaten, Kopflampe, Brechstange, Flachmeißel und Geologenhammer mitzuführen. Ein stabiler Rucksack für das Werkzeug und die Verpflegung sollte auch sein und Eimer für den Transport der Stufen haben sich sehr bewährt.

Auf Halden ist teilweise anderes Werkzeug gut geeignet: Klappspaten, Kratze, Trog, 3kg-Fäustel, Geologenhammer, Gartenharke sowie Eimer, diesen evtl. mit Wasser gefüllt. Manchmal benötigt man aber auch noch eine Lupe, eine Bürste, verschiedene Pinsel und sogar Meißel oder eine Spitzhacke. Als Verpackungsmaterial können alte Zeitungen, Haushaltstücher, Toilettenpapier und Altkleider dienen. Für den Abtransport sind die in Baumärkten erhältlichen Mörteleimer oder alte Farbeimer vom Malermeister gut geeignet. Sie sind robust, kosten nicht viel und Stufen lassen sich damit super und sicher zum Pkw transportieren. Jeder Sammler entwickelt aus der Erfahrung heraus eigene Vorlieben für bestimmte Werkzeuge und Utensilien. Ist man als Sammler erst etwas erfahrener, passt man seine Ausrüstung entsprechend an.

 

Verhalten und Gefahren am Fundort

Egal ob man auf einer Halde oder im Steinbruch sammelt, man sollte sich stets vorsichtig und verantwortungsbewusst verhalten. Abfall sollte immer mitgenommen werden, das Vergraben ist keine Lösung und weggeworfene Flaschen können zum Waldbrand führen. Trifft man auf andere Sammler so sind Freundlichkeit und ein faires Verhalten stets von Vorteil. Im freundlichen Gespräch erfährt man interessante Neuigkeiten und kann Erfahrungen austauschen. Dieser Austausch ist wichtig um z. B. die aktuelle Fundsituation oder die Gefahrenstellen einer Fundstelle schneller zu erkennen. Es ist übrigens immer eine gute Idee das Handy mitzunehmen und zu wissen wo das Verbandszeug liegt.

Gefahren gibt es überall! In Tongruben lauert bisweilen eine ganz gemeine und hinterhältige Gefahr. Manchmal ist der Ton schlammig und läßt das Schuhwerk nur wiederwillig los. Wer einmal in einer solchen Grube war, kann ein Lied davon singen und vielleicht stecken die Stiefel immer noch an Ort und Stelle. Es ist immer ratsam mit Gummistiefeln in eine Tongrube zu gehen. Sollte man stecken bleiben, schlüpft man hinaus und geht halt ohne Schuhwerk aus der Grube. Bei Schnürstiefeln ist das etwas anders. Erst müßen die Schnürsenkel geöffnet und geweitet werden. Durch die entstehenden Fußbewegungen wird man evtl. tiefer einsinken und die Situation könnte sich verschärfen. Man sinkt immer tiefer ein und steht dann bewegungsunfähig in der schönen Landschaft rum.

Steinbrüche werden wohl am meisten von Sammlern aufgesucht und auch hier gibt es einiges zu beachten. Die größte Gefahr geht von den Abbauwände und dem Steinschlag aus. Durch den Einsatz von Sprengstoff wird das Gestein gelockert und sackt als Haufwerk zusammen. Trotz evtl. Beraubung bleiben aber immer Brocken irgendwo im Bereich der Wand hängen. Diese sind oft sehr locker, liegen auf schiefen Ebenen oder sind miteinander verkeilt. Durch Sonne, Regen und lebensmüde Sammler mit Brechstangen, erliegen solche Brocken oft der Schwerkraft und begraben alles unter sich. Selbst das Haufwerk stellt eine Gefahr dar. Durch das Sprengen liegt es zwar übereinander aber es hat sich noch nicht verdichtet. Es könnten Hohlräume entstanden sein und manche der schweren Brocken kippen bei der geringsten Bewegung um. Im Bereich der Verladestelle liegt das Haufwerk oft sehr steil übereinander und ein leichtes Regenschauer reicht aus um den Hang in Bewegung zu bringen. Ganz besonders wichtig ist auch der aufmerksame Umgang mit der eigenen Ausrüstung. Ein verlorener Meißel kann in der Brecheranlage großen Schaden anrichten und man riskiert ein Sammelverbot für alle Sammler.

Da ist das Sammeln auf Halden auch nicht unbedingt einfacher. Beim Vorstoß in die Tiefe können einem ständig dicke Steine über die Finger rollen oder in 2,50 Metern Tiefe schneidet man sich an den Scherben einer alten Limoflasche. Natürlich muß dann erst einmal eine Pause gemacht werden in der man, mit etwas Pech, von einer Zecke besucht wird. Ab einer Temperatur von +7° Grad werden diese Plagegeister aktiv und versuchen einen Wirt zu erobern. Sie können besonders heimtückische und üble Krankheiten wie z. B. Borreliose übertragen. Schützen kann man sich durch dichte Kleidung, bewußtes Bewegen im Gelände oder das Sammeln von Briefmarken. Natürlich kann man auch im Winter in Halden buddeln.

Hübsche Kristallstufen zu finden und wieder gesund nach Hause zu kommen ist das Ziel.

 

Bei der Arbeit

Für welchen Aufschluss man sich auch entschließt, grundsätzlich sollte man nicht wild drauf los arbeiten. Erst erkundet man die Umgebung der Fundstelle genau. Man sucht nach Anzeichen für Klüfte, nach drusigem Material, nach einer Anhäufung von mineralogischen Bruchstücken und nach Arbeitspuren anderer Sammler. Um die interessantesten Stellen wieder zu finden, können sie mit irgend etwas markieren werden. Hat man sich für eine Stelle entschieden, schaut man sich auch hier, bevor es mit der Arbeit losgeht, noch einmal um.

Wenn es dann endlich daran geht Stufen aus dem Anstehenden zu stemmen, sollte man mit Ruhe und Vorsicht an die Sache gehen. Denn überstürztes Arbeiten bringt nichts ein! Nur zu schnell beschädigt man dabei ein hübsches Stück. Jeder Meisselansatz und jeder Schlag sollte konzentriert ausgeführt werden. Risse und Strukturen im Gestein werden geschickt genutzt und wenn nötig kann man Kristalle mit Verpackungsmaterial abdecken. So sind sie gut geschützt vor Beschädigungen durch Gesteinssplitter und das Werkzeug. Ist die Stufe geborgen, kann man erst einmal eine kleine Pause einlegen. So ist es möglich, das gefundene Stück in aller Ruhe betrachten und auf Risse und Beschädigungen zu untersuchen. Dann, mit frischer Kraft, wird das geborgene Stück grob formatiert und sorgfältig eingepackt. Daheim bekommt das gute Stück dann seinen letzten Schliff in dem es gereinigt und formatiert wird.

 

 

 

 

(c) Frank Kuznik

 

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