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Reinigen und Formatisieren

Mineralien werden mit Sorgfalt und Geduld gereinigt.

Nach einer erfolgreichen Exkursion möchte man die gefundene Stufe möglichst schnell in die eigene Sammlung stellen. Um die Qualität und damit den Wert der Stufe zu erhöhen sollte jede Stufe optimal formatisiert und gereinigt werden. Beides erfordert Übung und wird auch dann nicht jedes mal gelingen. Vor den nötigen Arbeitsschritten untersucht man das Stück auf einige Kriterien:

- Steht die Stufe optimal, ohne zu kippeln?
- Wo muss noch an der Matrix gearbeitet werden damit die Stufe optimal steht?
- Mit welchem Werkzeug erreicht man eine optimale Standfläche?
- Kann man die Stufe aufwerten indem Beschädigungen entfernt werden?
- Mit welcher Reinigungsmethode bekommt man die Stufe sauber?
- Ist es möglich evtl. vorhandene (Oxid-) Krusten von den Kristallen zu entfernen?
- Besteht überhaupt eine Notwendigkeit zur Entfernung der (Oxid-) Krusten?
- Welche Begleitmineralien finden sich auf dem Stück?
- Ist das gute Stück Wasser- oder Säurelöslich?

Buchtipp

Mineralien reinigen und aufbewahren

Das Buch “Mineralien reinigen und aufbewahren” erschien 1999 im Christian Weise Verlag München und ist sehr zu empfehlen.
ISBN 3-921656-51-6

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um groben Reinigen wasserfester Mineralien sind Hilfsmittel wie alte Zahnbürsten, Zahnstocher und Pinsel gut geeignet. Damit lassen sich oft brauchbare Ergebnisse erzielen. Wenn das aber noch nicht reicht kann auch ein Ultraschallgerät zum Einsatz kommen. Doch mit dem Ultraschallgerät sollte man sehr vorsichtig sein und vorher einen Test durchführen. Nicht jedes Mineral übersteht ein Ultraschallbad ohne Beschädigung. Fluoritkristalle können sich dabei schon mal zerlegen und im laufenden Betrieb in das Bad zu greifen ist für die Gesundheit schädlich!

Was jetzt noch nicht beseitigt ist, könnte man evtl. mit verschiedenen Chemikalien entfernen. Gängige Chemikalien sind z. B. das giftige Natriumdithionit zum Beseitigen von Eisenoxiden und die bekanntere Salzsäure zum Entfernen von karbonatischen Begleitmineralien. Der Einsatz von Chemie funktioniert bei überlegter Anwendung gut, ist aber nicht immer unbedenklich und auch nicht immer einfach. Zum Abschluss der Reinigung sollten Säurerückstände unbedingt gründlich neutralisiert und das Stück mit destilliertem Wasser gespült werden. So verhindert man eine spätere Aktivierung der Säuresalze durch Luftfeuchtigkeit und das destillierte Wasser hinterläßt keine Wasserflecken und Kalkablagerungen auf den Kristallen. Wenn keine Verbesserung mehr möglich ist läßt man die Stufe langsam, bei Raumtemperatur trocknen. Um Risse in den Kristallen zu vermeiden sollte man Mineralien nicht auf der Heizung trocknen.

Ausdauer kann sich lohnen

Galenit. Links ungereinigt, rechts gereinigt.

Der Galenit wurde erst nach einer aufwendigen Reinigung zur Stufe. Auf dem linken Foto ist er noch graumatt und mit reichlich Baryt verwachsen. Rechts wurde der Baryt teilweise entfernt. Der Galenit hat nach einer etwa 1stündigen Bearbeitung eine deutlich höhere Qualität. Die typischen Merkmale der Stufe wurden dabei nicht verändert. Die Mühe hat sich bereits gelohnt. Mit etwas mehr Aufwand lässt sich der Erfolg sicher noch etwas steigern.

Sollte es bei der Reinigung mit Chemikalien Probleme geben, ist ein erfahrener Sammler oder Chemiker genau der richtige Ansprechpartner. Reste der Chemikalien gehören auf gar keinen Fall in die Toilette oder den Abfluß. Man sollte sie unbedingt bei den örtlichen Sammelstellen für Sondermüll abgeben.

 

 

 

 

(c) Frank Kuznik

 

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