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Präsentation und Standort

 

 

Präsentation und Standort

Damit die Stufen gut zur Geltung kommen und für die Zukunft sicher untergebracht sind, ist eine gewisse Ordnung nötig. Um Beschädigungen zu verhindern sollten die Stufen nicht zu eng beisammen stehen. Der Standort sollte trocken und nicht direkt dem Sonnenlicht (UV-Strahlen) ausgesetzt sein.

Vitrine mit Glasböden und Beleuchtung

Vitrinen können die wertvollen Mineralien vor Staub und Fingern schützen.

Vitrinen können die wertvollen Mineralien vor Staub und Fingern schützen.

U
m Risse in den Kristallen zu vermeiden, sollten größere Schwankungen der Temperatur unbedingt vermieden werden. Schwefelkristalle sind so temperaturempfindlich, das sie unter bestimmten Umständen bereits in der Hand anfangen zu knistern und evtl. zerspringen. Wasserlösliche Mineralien, z. B. Salze, können in luftdicht abgeschlossenen Behältern aufbewahrt werden. Ansonsten nehmen sie die Feuchtigkeit der Luft auf und zerfallen. Solche Mineralien werden als hygroskopisch (zerfließlich) bezeichnet. Ein typischer Vertreter dieser Mineralien ist der zur Gruppe der Halogenide gehörende Carnallit. Lichtempfindliche Mineralien sollten stets im Dunkeln aufbewahrt werden. Das kräftig rot gefärbte Mineral Realgar z. B. zerfällt bei der Einwirkung von Tageslicht und eine Reihe anderer Mineralien können ihre kräftige Farbe verlieren. Selbstverständlich führen solche Veränderungen zu einem unerwünschten Wertverlust.

Stehen Stufen in Vitrinen, ist beim Einsatz von Halogenspots Vorsicht geboten. Diese werden oft sehr heiß und können zu Rissen in den Kristallen führen. Abhilfe schaft man in dem die Vitrinen nur kurzzeitig beleuchtet werden und der Abstand von der Lampe zur Stufe möglichst groß ist. Staubdichte Vitrinen, wie sie in manchen Museen zu finden sind, kommen für die meisten Sammler nicht in Frage. Sie sind einfach zu teuer. Behelfen kann man sich aber mit den günstigeren Vitrinen aus dem Angebot einiger Möbelhäuser. Diese können nachträglich mit selbstklebenden Dichtungen abdichtet werden. Sind die Böden der neuen Vitrinen aus Holz, lohnt der Gang zum örtlichen Glasermeister. Oft haben die Glasereibetriebe gebrauchte, ausgebaute 8mm-Scheiben stehen. Mit etwas Verhandlungsgeschick bekommt man diese günstig zugeschnitten und an den Schnittkanten poliert. Hierzu ist zu beachten das zerkratzte Scheiben schneller brechen und daher ungeeignet sind. Sind die Stufen in Schubfächern untergebracht, wird man von solchen Sorgen verschont. Dafür leidet allerdings die Präsentation der hübschen Stücke.

Schiebeständer aus Acryl

Acrylständer sind äußerst praktische Hilfsmittel.

Schiebeständer aus Acryl gibt es in mehreren Größen auf Mineralienbörsen und im Fachhandel zu kaufen.

Vitrinenstücke sollten immer optimal und sicher aufgestellt werden. An unsicher stehenden Stufen sollte eine sichere Standfläche präpariert sein. Das Ansägen solcher Wackelstufen ist reine Geschmacksache. Viele Sammler lehnen jedoch solche Eingriffe ab. Eine echte Alternative zu solchen Maßnahmen sind Ständer und Sockel. Hierzu gibt es im Handel ein großes Angebot an unterschiedlichsten Hilfsmitteln. Es gibt Acrylglassockel in verschiedenen Formen, Farben und Größen und Ständer in verschiedenen Materialien, Ausführungen und Größen.

Manche Sammler basteln sich ihre Holzsockel selber und kleben ihre Stufen dann mit Heißkleber fest. Ob der Heißkleber tatsächlich keinen Schaden anrichtet, ist zu bezweifeln. Er hat aber auch einen klaren Vorteil gegenüber dem gebräuchlichen Kitt. Auch nach Jahren fängt er nicht an zu stinken wie manche Kittsorten und er lässt sich unter kaltem Leitungswasser ganz leicht entfernen. Wie man es auch macht, jede Stufe sollte an einer unauffälligen Stelle mit einer Nummer versehen werden und vor der Stufe oder auch darunter sollte sich das entsprechende Etikett befinden.

Jousi-Box mit einer Gipsstufe

Gips xx, Thomas-Müntzer-Schacht, Sangerhausen

Bei den Jousi-Acryldosen ist der Haltesteg am Boden zu schmal und sie sind nicht gerade günstig.

In Schubfächern kann man oft sehr viel Material unterbringen. Hierzu sind Pappschachteln, Einsätze aus Holz oder Kunststoff und diverse Acrylglaskästchen gut geeignet. Der eigenen Phantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Pappschachteln und Acrylglaskästchen werden von unterschiedlichen Händlern auf Börsen und in Internetshops angeboten. Doch aus patentrechtlichen Gründen hat jeder Hersteller sein eigenes System mit eigenen Design. Innerhalb dieser Produktreihe können die Schachteln bzw. Acrylglaskästchen gut miteinander kombiniert werden. Zu den Produkten der anderen Hersteller sind sie aber fast nie kompatibel. Wechselt man den Hersteller passen die neuen Behältnisse nicht zu den Alten. Ich habe mich vor Jahren für das System Jousi-Box entschieden. Aus heutiger Sicht ein Fehler. Die Dosen aus Finnland sind oft teurer als vergleichbare und haben einen entscheidenden Mangel: Der Steg am Boden ist deutlich zu schmal. Bei schweren Stücken kann es passieren das der Boden aus dem Deckel rutscht und die Stufe auf den Fußboden landet. So muß man fast alle größeren Schachteln mit Klebeband sichern und wie lange das hält weiß ja auch niemand.

Günstig, praktisch und gut.

Pappschachtel gibt es günstig und in vielen Größen

Pappschachteln gibt es für wenig Geld und in vielen praktischen Größen.

Das Aufbewahrungssystem für die eigenen Mineralien sollte man sorgfältig wählen. Hierzu zählen nicht nur der Aufbewahrungsort und -Behälter, auch die Befestigungsart ist nicht zu unterschätzen und muß berücksichtigt werden. Ein System in dem die Stufen evtl. chemischen Einflüssen unterliegen, kann nichts taugen und ist deshalb im Zweifelsfall nicht zu nutzen. Damit die hübschen und wertvollen Stücke die Zeit unbeschadet überstehen und auch die Nachwelt etwas von ihnen hat, ist es notwendig langfristig und gewissenhaft zu arbeiten. Unsichere Faktoren und Produkte müssen hierbei unbedingt erkannt und gemieden werden. So gibt es z. B. in manchen Sammlungen eingekittete Stufen die übel riechen. Ursache ist der benutzte Kitt. Nach einigen Jahren stinken manche Sorten so fürchterlich, das man sich fragt ob ein toter Frosch zwischen den Steinen liegt. Dieser Kitt wird mit der Zeit auch noch krümelig und lässt sich nur schwer von der Stufe lösen. Ist er dann endlich entfernt, befindet sich an der ehemaligen Kittstelle ein schmieriger Fleck. Das sollte nicht passieren! Es gibt immer gute Alternativen und das Neuste ist nicht immer das Beste. Gute Tipps zur richtigen Aufbewahrung bekommt man evtl. bei erfahrenen Sammlern, Museen und auch bei Archäologen.

 

 

 

 

(c) Frank Kuznik

 

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